Wer in Hamburg oder Umgebung wohnt, kennt Sportspass. Das große Sportangebot, die qualifizierten Trainer und der günstige Monatsbeitrag sind das Aushängeschild des Freizeitsportvereins. Alternativ zu Fitnessclubs, Unisportangeboten oder anderen Sportvereinen, kann sich jeder in allen möglichen Sportrichtungen ausprobieren. Neben Teamsport, wie Fußball, Volleyball oder Basketball, werden auch verschiedene Kurse und die hauseigenen Fitnessräume zum Trainieren angeboten. Die Saunabereiche gehören ebenfalls dazu. Apropos Sauna - das ist der eigentliche Grund, warum ich diesen Beitrag schreibe.
Der lange Weg zur Sauna
Ein Besuch in der Sauna ist erholsam und gesund. Bisher war das mit Sportspass auch gar kein Problem. Als Mitglied wurde jedem Interessenten ein Saunabesuch angeboten. Dazu ging man zu einem der fünf Center und kaufte sich eine Sauna-Tageskarte für 5,50 Euro. Der Betrag wurde „angeschrieben“ und am Monats- bzw. Quartalsende zusammen mit dem Mitgliedsbeitrag vom Konto abgebucht.
Diese Möglichkeit nutzte ich und ging regelmäßig ca. 1x pro Woche in die Sauna. Gerade in den kalten Monaten war das eine sehr passende Abwechslung zum normalen Sport. Soweit so gut - bis ich mir eines Tages wieder eine Tageskarte holen wollte. Es war Februar dieses Jahres und die Dame am Empfang (Center Berliner Tor) teilte mir mit, dass es Saunakarten nicht mehr gibt. Jedenfalls nicht in der gewohnten Art und Weise. Sie schlug mir zwei Möglichkeiten vor, um wieder die Sauna besuchen zu können. Die erste war der Kauf einer Tagesmitgliedschaft für 21 Euro. Damit könnte ich zusätzlich auch das Fitness-Studio besuchen, was ich ja gar nicht wollte. Variante zwei war eine feste Mitgliedschaft für den Fitness- und Saunabereich für 26,50 Euro. Dieser Beitrag würde dann noch auf den normalen Monatsbeitrag hinzugerechnet. Einen Moment überlegte ich und war kurz davor mich mit den monatlichen Zusatzkosten anzufreunden. Das würde unter’m Strich heißen mindestens 5 Mal pro Monat in die Sauna zu gehen, dann würde es sich rechnen. Doch nun kamen die Haken(!). Eine sofortige Aufnahme sei nicht möglich, hieß es. Dafür muss sich jeder Interessent in eine Warteliste eintragen. Mit Zufall, Glück oder sonst irgendwas, wird man ausgewählt und erhält die Erlaubnis sich anmelden zu können. Mit der Anmeldung sind 15 Euro Aufnahmegebühr fällig. Und dann – endlich – kann man wieder den Saunabereich betreten und sich von der Anmeldeprozedur schwitzend erholen.
Das Saunaprivileg – wie kommt’s?
Geschichte zu Ende? Nein! Ich erfuhr, dass diese Neuregelung erst Anfang Februar eingeführt wurde. Das war für mich neu. Schließlich wurde dies’ ja auch nirgendwo an die große Glocke gehängt. Aufgrund meiner leicht angesäuerten Laune, bat ich um einen Kontakt für weitere Informationen. Dazu wurde mein Name und Telefonnummer notiert und mir mitgeteilt, dass ich angerufen werde.
Nach 3 Tagen klingelte das Telefon. Eine nette Dame begann zu sprechen. Ich konnte nun meine Frage stellen, warum es keine Sauna-Tageskarten mehr gibt. Als Antwort erfuhr ich, dass dies aufgrund von steuerrechtlichen Gründen nun nicht mehr möglich sei. Genauere Details konnte sie mir nicht nennen. Auch auf die Frage, warum man als Mitglied nicht darüber informiert wird, kam keine brauchbare Antwort. Ich war genervt. Sie teilte mir weiterhin mit, dass ich nicht der einzige Anrufer mit diesem Anliegen war. Vielmehr wurden mir die beiden o.g. Alternativen noch einmal detailgetreu erklärt. Das war zwar schön anzuhören, doch minder hilfreich. Ich brach das Gespräch letztendlich ab und bedankte mich für den Rückruf.
Eines stand für mich danach fest: für den kommenden Winter suche ich mir eine Sauna ohne diesen unkompetenten und undurchsichtigen Bürokratie-Hickhack eines Freizeitsportvereins.

